Project Pitchfork und Schleim am Arm (24. April 2009)

Eigentlich war für mich und heute einfach nur das Project Pitchfork Konzert im Rostocker Mau angesagt aber nööö, Kollege ist ausgefallen und so hatte ich noch Dienst im Pleitegeier², heisst, ich hatte mich um die Technik etc. für die dort heute spielende Band zu kümmern. Wir haben da vielleicht einmal im Jahr eine Band aber ausgerechnet heute war dieses eine Mal. Russian Doctors heisst die Combo aus Leipzig, bestehen aus Doktor Makarios (dem Einen oder Anderem auch als Sänger der Band Die Art bekannt) und Doktor Pichelstein, der während des Auftrittes vom „schnellsten Akkustikgitarrenspieler Ostdeutschlands“ zum „schnellsten Akkustikgitarrenspieler der Welt“ avancierte. Nur mit Klampfe und Stimme bewaffnet betraten sie gegen 20:45 die „Bühne“ und liessen ihre musikalisch-poetischen Salven ganz im Sinne des grossen Russen Pratajev auf uns ab. Es ging dabei hauptsächlich um Schnaps, Weiber, Schnaps, und Saufen; und Weiber – ach ja, und um Tiere. Lieder wie „Schleim am Arm“, „Tote Katzen im Wind“, „Schlips aus Lurch“, „Der Kuh geht’s gut“, „Schnapsbar“ oder „Harte Wirtin“ amüsierten das Publikum. Besonders die beiden Ladies vom Tresen entwickelten ein groupiehaftes Verhalten mit dazugehörendem typisch hochfrequentem Gekreisch. Besonders die Aussicht darauf, dass man die Band ja am nächsten Tag, dem Samstag, schon wieder sehen würde (sie spielen in Niex, einem Dorf bei Rostock), bewirkte bei den beiden ein Hochgefühl, das mir ehrlich etwas Angst machte. Nunja, pünktlich um 22:00 Uhr – also um 22:15 Uhr – war das Konzert samt Zugaben zu Ende.
Fazit: Überhaupt nicht meine Mugge aber es hat ehrlich Spass gemacht.

So, ab ins MAU. Per Telefon hab ich erfahren, dass die Vorband Heavy Current schon durch war und dass die Pitchies bereits angefangen haben. Also um Heavy Current tat es mir nicht wirklich leid aber von Project Pitchfork wollte ich noch möglichst viel mitbekommen.
Am MAU angekommen, rein und Schock: erstens weil das MAU mit knapp 400 Leuten angenehm gefüllt war und zweitens: die Lüftung war aus. Ich hatte nach den letzten Veranstaltungen schon gar nicht mehr geglaubt, in Rostock noch Leute für Konzerte dieser Szene begeistern zu können. Da geht wohl doch noch etwas!

Nach einigen Begrüssungen und wie ich erfuhr ca. 20 verpassten Minuten meinerseits stürzte ich mich in die tobende Masse, suchte den Spass und fand ihn. 🙂 Pitchfork spielten ein Potpurie ihrer Hits von 1990 bis heute. Ich war von Peter Spilles besonders überrascht. Bei meinem letzten Project Pitchfork Konzert war er absolut Scheisse drauf, sprach zwischen den Songs kein Wort und riss einfach das Konzert seelenlos runter.  Heute hatte er echt Spass und das übertrug sich. Nach einer halben Stunde ging dann auch die Lüftung wieder (jemand an der Bar hatte wohl aus Versehen einen Notschalter bedient und somit die Lüftung abgeschaltet) aber heiss blieb es trotzdem bei dem Alarm vor der Bühne. Nach zwei Zugaben (natürlich dufte da auch „Souls“ nicht fehlen) war dann Schluss und ich echt froh, dass ich noch gut eine Stunde vom Konzert mitbekommen habe. 

Ich habe natürlich wieder mein Handy zum Einsatz kommen lassen 😉

 

Russian Doctors

 

 

Electrocution-Festival und (((EBM Radio))) Treffen am Karfreitag 2009 (10. April)

Lange hatte es gedauert und einige Anträge bedurft um eine Gestattung zur Durchführung eines Konzertes am Karfreitag im MAU in Rostock zu bekommen. Die einzige Auflage war dann, dass das Konzert erst ab 00:00 Uhr beginnen durfte und dass keine Tanzveranstaltung hinzu kommt.

Da bot es sich doch an, bis 00:00 Uhr ein Radiotreffen in der MAU-Kneipe „DIETER“ zu veranstalten.  Nach einigen wenigen Wochen Zeit für Werbung hatten sich etwa 30 Besucher angekündigt.  
Henni, m0 und ich bastelten ein Bufett, dass auch für 100 Leute gereicht hätte und dazu gab es noch einen Kuchenbasar von Henni, m0 und Hühnchen. Pünktlich um 20:00 trafen die meisten Gäste ein und Eskil ging live auf Sendung.  Gegen 22:00 Uhr übernahmen Henni und Dschaaan und ich holte gegen 22:30 Uhr Guido und seine Mannen von E-Craft dazu.  Bis 00:00 Uhr gab es dann eine äusserst lustige und chaotische Sendung, viele nette Unterhaltungen mit alten und neuen Bekannten und viel zu viel zu essen.

Pünktlich um Mitternacht wechselten wir ins MAU, wo Tonikom aus New York mit ihrem Auftritt begann und das ELECTROCUTION-FESTIVAL einleitete.  Mit neuer Frisur und in weissem Latexoveral legte Rachel mit ihrer Mischung aus IDM, Breakbeat, Downtempo, Drum ’n‘ Bass, … ordentlich los und schaffte es sofort, das zahlenmässig recht dürftig angetretene Publikum zu rhytmischen Bewegungen zu animieren. Mir gefiel’s und ich lies mich gerne mitbewegen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Terrorfakt aus New York. Mir persönlich zu eintönig und langweilig zog ich es vor, Gespräche vor dem MAU zu führen.

Als nächster und letzter Akt des Abends spielte die Combo E-Craft aus unserem Nachbarbundesland Brandenburg auf und rockte das Haus. So ziemlich niemand konnte zu den guten alten und neueren Hits still stehen.

Abschliessend lässt sich zu dem Festival sagen, dass die knapp 100 Besucher ihren Spass hatten, ich aber recht enttäuscht über die Rostocker „Szene“ bin. Wir hatten Besucher aus Hamburg, Bremen, Leipzig, Brandenburg, Thüringen, Stralsund und von Rügen, ja selbst aus Polen. Aus Rostock haben es aber vielleicht gerade mal 20 Leutchen ins MAU geschafft. So langsam mache ich mir Gedanken, ob es sich überhaupt noch lohnt, derart Veranstaltungen zu organisieren. Das Geld, die Zeit und die Nerven lassen sich bestimmt auch anders verwenden.

Am nächsten „Morgen“ traf sich der in der Stadt gebliebene Rest des Radio-Treffens bei Henni zum Frühstück und im Anschluss traten wir zum obligatorischen Warnemündebesuch mit Fischbrötchenessen, Strandlatschen inklusive Muschelsuches und Softeisessen an.

Ich hatte natürlich wieder meine kleine Handykamera dabei und hielt die Ereignisse für die Nachwelt fest. 🙂