Kraftwerk am 26.04.2009 in der Wolfsburger Autostadt

Im Herbst 2008 bekam ich den Tipp eines Freundes, dass Kraftwerk im Frühjahr 2009 drei exklusive Konzerte an einem Wochenende in Wolfsburg geben sollten. Im Netz fand sich dazu: Autostadt präsentiert im Rahmen der Movimentos Festwochen 2009 KRAFTWERK am 25.04.2009 um 20:00 Uhr, 25.04.2009 um 23:59 Uhr und am 26.04.2009 um 20:00 Uhr. Ok, ich entschied mich für den 26. April, einem Sonntag, da ich ja im Herbst noch nicht wissen konnte, ob ich evtl. an dem 25. April noch auflegen musste, was ja dann auch so war. Am 17.12.2008 bekam ich dann wieder einen Anruf meines Tippgebers: „Matze, morgen früh um 9:00 Uhr beginnt der Kartenvorverkauf!“ Die Karten waren nur über die Homepage www.kraftwerk.com zu bekommen, nur je zwei pro Person. Ausserdem waren die Karten personalisiert, so dass man im Dezember schon angeben sollte, mit wem man zum Konzert kommt. Dies alles sollte dem Schwarzmarkt entgegenwirken. Ich bin also am 18.12.2008 morgens um 8:30 Uhr an den Rechner und registrierte mich in dem Shop. Pünktlich um 9:00 Uhr waren dann die „BUY“ – Buttons aktiviert und ich bestellte für mich und meinen Bruder die Tickets. 9:04 Uhr hatte ich dann die PDF-Files in meinem Mailordner. 

Endlich: Sonntag, der 26.04.2009. Ich hatte den Abend zuvor auf der „The Crypt“ Party aufgelegt und nicht wirklich viel geschlafen. Mittags erhielt ich einen Anruf von meinem Freund und Tippgeber, der am Abend zuvor das Kraftwerk-Konzert besucht hatte. Er erzählte mir wie es bei ihm war, Stromausfall beim Konzert etc.
Kurz nach 15:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins etwa 400 km entfernte Wolfsburg und kamen dort pünktlich um 19:00 Uhr zur der Einlasszeit an. Das erste was uns komisch vorkam war ein Verkehrschild auf dem uns freundlich von einem Helfer gezeigten Parkplatz auf dem statt STOP das Wort SMILE stand. Auf dem Weg zum Heizkraftwerk durch die recht futuristisch designte Autostadt begegneten uns Unmengen dieser netten und adretten Helfer und besonders Helferinnen.   

In dem Kraftwerk angekommen ging das Staunen richtig los. Überall standen noch die original Maschinen, Turbinen, Rohrsysteme, Schaltschränke, etc. rum, herrlich mit blauem, rotem oder grünem Licht ausgeleuchtet. Aus einem mehrere Stockwerke hohem Schacht hingen Ketten und tropfte Wasser. Das alles erinnerte mich stark an die guten alten Gotenklang – Zeiten in der Alten Gerberei in Rostock. Damals haben wir dort auch die alten Maschinen so mit Licht in Szene gesetzt. Wir rannten wie japanische Touristen durch das Kraftwerk und machten ein Foto nach dem anderen; kann man ja vielleicht mal für Flyer benutzen. Freundlich von den Helferinnen (oder sagt man besser Hostessen?) in die richtige Richtung gelenkt erreichten wir die „Ecke“ an der das Konzert stattfinden sollte. Man war das klein hier. 1100 Karten waren pro Konzert verkauft worden und mehr hätten echt nicht reingepasst. Kein Vergleich zu meinem letzten KRAFTWERK-Konzert im Tempodrom/Berlin.  Wir hatten natürlich Stehplätze und mussten in den etwa 5 bis 6 m breiten Graben zwischen Bühne und Rang, auf dem die „Sitzer“ sassen. Eine nicht wirklich gut gelungene Lösung der Raumaufteilung, denn der Rang war extra eingebaut worden.

Pünktlich um 20:00 Uhr wurde es dunkel und es erklang die seit Jahrzehnten typische Vocoderstimme mit: „Meine Damen und Herren….heute Abend…..usw.“ und eröffnete das Konzert. Die Leinwand, die die Bühne verhang wurde von hinten rot angestrahlt, so dass die Silhouetten der vier Musiker darauf abgebildet wurden. „The Man-Machine“ war wie gewohnt der erste Titel. Die Leinwand fuhr hoch und da standen sie. Nachdem Florian Schneider im letzten Jahr die Band verlies, ist nur noch Ralf Hütter von den Gründungsmitgliedern auf der Bühne.  Ersetzt wurde Florian 2008 und wahrscheinlich nun dauerhaft von Stefan Pfaffe, einem Mitarbeiter im Düsseldorfer Kraftwerk-Studio „Kling Klang“, der als Video-Operator eingesetzt wird. Weiterhin auf der Bühne waren Fritz Hilpert, der seit 1990 bei der Band ist und Henning Schmitz, seit 1991 dabei. Rein optisch wirkt Stefan etwas komisch auf der Bühne, denn er überragt alle um Längen und sieht aus, als wäre er noch nicht mal in Planung bei seinen Eltern gewesen als die „Kraftwerk“ LP 1970 erschien.

Wie schon seit einigen Jahren standen die vier auf Podesten, mit einer riesigen Leinwand im Hintergrund. Die Lichteffekte sind minimal, wie ja auch die Musik , pro Person zwei Strahler von vorn oben und einer von hinten unten. Desweiteren war noch Licht unter dem Podest, mehr nicht.

Der Sound war wieder mal genial, teilweise in 5.1 aber anfangs, vielleicht aus Rücksicht auf die doch recht zahlreichen älteren Besuchern etwas zu leise. Man konnte sich locker nebenbei unterhalten. Das wurde aber später korrigiert. Gegen Mitte des Konzertes kam die Leinwand wieder runter. Alles klar, „Die Roboter“ kommen. Nach einer kleinen Umbaupause in der die Musiker durch die bekannten Roboter ausgetauscht wurden ging es weiter. Weisses Licht flackerte hinter der Leinwand und projizierte die Schatten der Roboter auf die Leinwand. Jubel!!! Die Leinwand ging hoch und da „tanzten“ sie, die Roboter. Nach dem Lied dann „Kommando  zurück!“ – Roboter runter, Musiker wieder rauf. In der kurzen Pause verteilten Hostessen 3D-Brillen. Es war ein lustiges Bild die ganzen Leute mit den weissen Brillen zu sehen und wurde natürlich festgehalten 😉 Nun ging es erst richtig los. Die Leinwand ging zum Song „Numbers“ wieder hoch und uns flogen die Zahlen um die Ohren. Geniale 3D-Effekte jetzt bei jedem Lied, „Vitamin“, „Radioaktivität“, etc. Geil!
Die Band hatte die „Roboter“-Pause genutzt um sich umzuziehen. Jetzt waren die schwarzen Anzüge mit den Gitternetzlinien dran, die irgendwie an den Film „Tron“ erinnerten. Dann kam der letzte Song „Music Non Stop“. Die Musiker verliessen nacheinander von rechts nach links die Bühne und machte ihre Verbeugung. Alles ganz klassisch. Als letztes ging dann Ralf Hütter mit einem „Gute Nacht!“ und alles war vorbei.
Schönes Konzert aber bis auf die 3D-Geschichte das Gleiche wie zur „Minimum-Maximum“-Tour.

Nach dem Konzert holten wir uns noch ein/zwei T-Shirts, unterhielten uns mit ein paar Bekannten, rannten noch einmal fotografierend durch alle begehbaren Winkel des Kraftwerks und machten uns dann auf den Heimweg nach Rostock.

Alles in allem ein schöner Sonntagsausflug!

Hier wieder einige Handypix…

Project Pitchfork und Schleim am Arm (24. April 2009)

Eigentlich war für mich und heute einfach nur das Project Pitchfork Konzert im Rostocker Mau angesagt aber nööö, Kollege ist ausgefallen und so hatte ich noch Dienst im Pleitegeier², heisst, ich hatte mich um die Technik etc. für die dort heute spielende Band zu kümmern. Wir haben da vielleicht einmal im Jahr eine Band aber ausgerechnet heute war dieses eine Mal. Russian Doctors heisst die Combo aus Leipzig, bestehen aus Doktor Makarios (dem Einen oder Anderem auch als Sänger der Band Die Art bekannt) und Doktor Pichelstein, der während des Auftrittes vom „schnellsten Akkustikgitarrenspieler Ostdeutschlands“ zum „schnellsten Akkustikgitarrenspieler der Welt“ avancierte. Nur mit Klampfe und Stimme bewaffnet betraten sie gegen 20:45 die „Bühne“ und liessen ihre musikalisch-poetischen Salven ganz im Sinne des grossen Russen Pratajev auf uns ab. Es ging dabei hauptsächlich um Schnaps, Weiber, Schnaps, und Saufen; und Weiber – ach ja, und um Tiere. Lieder wie „Schleim am Arm“, „Tote Katzen im Wind“, „Schlips aus Lurch“, „Der Kuh geht’s gut“, „Schnapsbar“ oder „Harte Wirtin“ amüsierten das Publikum. Besonders die beiden Ladies vom Tresen entwickelten ein groupiehaftes Verhalten mit dazugehörendem typisch hochfrequentem Gekreisch. Besonders die Aussicht darauf, dass man die Band ja am nächsten Tag, dem Samstag, schon wieder sehen würde (sie spielen in Niex, einem Dorf bei Rostock), bewirkte bei den beiden ein Hochgefühl, das mir ehrlich etwas Angst machte. Nunja, pünktlich um 22:00 Uhr – also um 22:15 Uhr – war das Konzert samt Zugaben zu Ende.
Fazit: Überhaupt nicht meine Mugge aber es hat ehrlich Spass gemacht.

So, ab ins MAU. Per Telefon hab ich erfahren, dass die Vorband Heavy Current schon durch war und dass die Pitchies bereits angefangen haben. Also um Heavy Current tat es mir nicht wirklich leid aber von Project Pitchfork wollte ich noch möglichst viel mitbekommen.
Am MAU angekommen, rein und Schock: erstens weil das MAU mit knapp 400 Leuten angenehm gefüllt war und zweitens: die Lüftung war aus. Ich hatte nach den letzten Veranstaltungen schon gar nicht mehr geglaubt, in Rostock noch Leute für Konzerte dieser Szene begeistern zu können. Da geht wohl doch noch etwas!

Nach einigen Begrüssungen und wie ich erfuhr ca. 20 verpassten Minuten meinerseits stürzte ich mich in die tobende Masse, suchte den Spass und fand ihn. 🙂 Pitchfork spielten ein Potpurie ihrer Hits von 1990 bis heute. Ich war von Peter Spilles besonders überrascht. Bei meinem letzten Project Pitchfork Konzert war er absolut Scheisse drauf, sprach zwischen den Songs kein Wort und riss einfach das Konzert seelenlos runter.  Heute hatte er echt Spass und das übertrug sich. Nach einer halben Stunde ging dann auch die Lüftung wieder (jemand an der Bar hatte wohl aus Versehen einen Notschalter bedient und somit die Lüftung abgeschaltet) aber heiss blieb es trotzdem bei dem Alarm vor der Bühne. Nach zwei Zugaben (natürlich dufte da auch „Souls“ nicht fehlen) war dann Schluss und ich echt froh, dass ich noch gut eine Stunde vom Konzert mitbekommen habe. 

Ich habe natürlich wieder mein Handy zum Einsatz kommen lassen 😉

 

Russian Doctors

 

 

Schlagstrom! Special Event am 18.04.2009 in Berlin

Leider war es mir in der letzten Woche nicht möglich nach Stockholm zu dem zum letzten mal stattfindenden Tinitus-Festival zu fliegen, da ich ja  eine eigene Veranstaltung in Rostock hatte. Dort (in Stockholm) sollten unter anderem The Klinik spielen. Ich tröstete mich aber damit, dass sie  ja eine Woche später in Berlin auf dem Schlagstrom! auftreten würden. Nun gut, wie ich hörte, war das Tinitus nicht gut besucht, hatte Soundprobleme und war auch so nicht der Burner. Also alles richtig gemacht – dachte ich – bis ich dann die Woche die Meldung reinbekam, wegen einer schweren Erkrankung sei Marc Verhaegen von The Klinik in eben jene eingewiesen worden. Stattdessen treten aber Absolute Body Control auf, denn Dirk Ivens ist ja nun mal wegen The Klinik da und Eric van Wonterghem wohnt ja schon fast in Berlin. Shit! zum ersten und Hura! zum zweiten. 

Ich telefonierte herum, wer denn mitkommen will aber erwartungsgemäss waren das ca. keiner bis niemand. Also mal wieder alleine unterwegs. Ist ja auch nicht das Schlimmste.  

Endlich Samstag, der 18.04.2009. Tasche mit T-Shirts, Handtuch, Flyern, etc. gepackt und ab mit dem Auto nach Berlin. Unterwegs musste ich mir erst mal lautstark einige neue CDs anhören, wovon aber nur die „Live Complaints“ von Modern Cubism und evtl. die „4:25reasons“ von 4:25twins zu empfehlen sind, den Rest lass ich mal unerwähnt.

In Berlin angekommen parkte ich wie immer wenn es in die Umweltzone gehen sollte am Prenzl Berg, da ich wegen der mir fehlenden Plakette nicht weiter darf und fuhr mit dem Taxi zum Bunker direkt am Ostbahnhof, schön an der Spree gelegen, in dem sich der Club Maria befindet. Im Berliner Taxi immer die gleichen Gespräche: „Oh in Rostock war ich auch mal….Urlaub an der Ostee ist so schööööön….aber in Hamburg schmecken die Fischbrötchen nicht so gut….“

10 min später war ich dann pünktlich zum Start der ersten Band – dem Berliner Synthesizer Orchester –  im Club. Ein paar Leute begrüsst unter anderem den Tilt, Lage gecheckt und Flyer ausgelegt. Es war verdammt dunkel auf der Bühne so dass ich irgendwie gar keine Bilder machen wollte (Blitzlicht is doof!) und desshalb beschreibe ich einfach dass was ich sah 🙂     

Drei Typen stehen auf der wie schon erwähnt recht dunklen Bühne die vollgeproppt ist mit Gerätschafften, drehen Knöppe und drücken wichtige Tasten und auf der rückwärtigen Projektion läuft in etwa so etwas wie eine stark abgespeckte Winamp-Visualization in schickem Grün. Die doch sehr angenehme synthetische (was ein Wunder bei dem Namen) Ambientmusike läd zum Besuch der Merchstände ein. Da seh ich z.B.,  dass es schon die Lost/Foud von Absolute Body Control in der wieder neu aufgelegten Form zu kaufen gibt wie es Eric mir am 11.10.2008 in Zwickau ankündigte. Na da werden sich ja einige Leute freuen, ich habe aber ein Exemplar der Erstauflage und das ist gut so. Aber am Stand von DAS DREHMOMENT werde ich in der Second Hand Abteilung fündig. Jede Menge CDs und Vinyls in super Zustand zu winzigen Preisen. Meine Tasche füllt sich.

Ah, nächste Band. To Avoid stehen auf der Bühne und legen ordentlich los. Das Licht ist nicht mehr ganz so dunkel aber eine Lichtshow gibt es immer noch nicht. Einfach nur ein gedimmtes weisses und rotes Licht – komisch. Drei Männecken in Uniformhemdchen mit Bandlogo und schwarzer Krawatte. Ich hatte vor Jahren mal eine Promo der Band in der Hand aber die überzeugte mich nicht. Jetzt muss ich sagen, Musike ist ok aber der Gesang/das Geschrei klingt mir zu breiig.  

Als nächstes dann Amnistia aus Leipzig. Endlich buntes flackerndes Licht und Nebel bis zum Abwinken. Musike wie erwartet gut und ich freu mich auf den Auftritt im Mai in Rostock.

Dann Luc van Acker, der verrückte Belgier, den ich schon im vergangenen Jahr im Lagerhof/Leipzig auf dem „Front 242 – Memorial Day“ unter dem Namen Revco World gesehen hatte und ich werde den Verdacht nicht los, dass er diesmal das gleiche Set spielte. Aber nicht schlimm, war ja gut 🙂 Aber die Meinungen waren geteilt, nicht jeder kam mit seinen Live-Bastardsongs/Mashups klar. Ich fands lustig und hatte wieder viel Spass, wie übrigens Eric von ABC auch ;-). Revolting Cocks‘ „Beers, Steers And Queers“ auf Depeche Modes  „Its No God“ oder Warm Leatherette zu New Order kam gut. 

Endlich der Höhepunkt des Abends, Absolute Body Control. Endlich mal wirklich Körperkontakt vor der Bühne und ordentlich Stimmung. Keine Ahnung wie oft ich ABC nun schon gesehen habe aber es ist immer wieder geil. So simple aber so treffende Sound. Bei der letzten Zugabe kam dann nochmal Luc van Acker mit auf die Bühne und ich wusste: Warm Leatherette oder Blue Monday. Es war Blue Monday, Stimmung war am Höhepunkt und auf der Bühne lachten sich Dirk und Eric schlapp. Gegen 3:30 war dann Schluss.

Mit dem Taxi zurück zum eigenen Auto und mit viel schöner neuer (alter) Musike zurück nach Rostock.
Bei den Bilder hab ich mich zum Teil bei Tilts Fotos bedient, der seine neue Kamera getestet hat. Meine Handycam ist irgendwann bei Luc van Acker ausgestiegen.

War ein schöner runder Abend mit netten Gesprächen und Guter Musike!!!

Electrocution-Festival und (((EBM Radio))) Treffen am Karfreitag 2009 (10. April)

Lange hatte es gedauert und einige Anträge bedurft um eine Gestattung zur Durchführung eines Konzertes am Karfreitag im MAU in Rostock zu bekommen. Die einzige Auflage war dann, dass das Konzert erst ab 00:00 Uhr beginnen durfte und dass keine Tanzveranstaltung hinzu kommt.

Da bot es sich doch an, bis 00:00 Uhr ein Radiotreffen in der MAU-Kneipe „DIETER“ zu veranstalten.  Nach einigen wenigen Wochen Zeit für Werbung hatten sich etwa 30 Besucher angekündigt.  
Henni, m0 und ich bastelten ein Bufett, dass auch für 100 Leute gereicht hätte und dazu gab es noch einen Kuchenbasar von Henni, m0 und Hühnchen. Pünktlich um 20:00 trafen die meisten Gäste ein und Eskil ging live auf Sendung.  Gegen 22:00 Uhr übernahmen Henni und Dschaaan und ich holte gegen 22:30 Uhr Guido und seine Mannen von E-Craft dazu.  Bis 00:00 Uhr gab es dann eine äusserst lustige und chaotische Sendung, viele nette Unterhaltungen mit alten und neuen Bekannten und viel zu viel zu essen.

Pünktlich um Mitternacht wechselten wir ins MAU, wo Tonikom aus New York mit ihrem Auftritt begann und das ELECTROCUTION-FESTIVAL einleitete.  Mit neuer Frisur und in weissem Latexoveral legte Rachel mit ihrer Mischung aus IDM, Breakbeat, Downtempo, Drum ’n‘ Bass, … ordentlich los und schaffte es sofort, das zahlenmässig recht dürftig angetretene Publikum zu rhytmischen Bewegungen zu animieren. Mir gefiel’s und ich lies mich gerne mitbewegen.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Terrorfakt aus New York. Mir persönlich zu eintönig und langweilig zog ich es vor, Gespräche vor dem MAU zu führen.

Als nächster und letzter Akt des Abends spielte die Combo E-Craft aus unserem Nachbarbundesland Brandenburg auf und rockte das Haus. So ziemlich niemand konnte zu den guten alten und neueren Hits still stehen.

Abschliessend lässt sich zu dem Festival sagen, dass die knapp 100 Besucher ihren Spass hatten, ich aber recht enttäuscht über die Rostocker „Szene“ bin. Wir hatten Besucher aus Hamburg, Bremen, Leipzig, Brandenburg, Thüringen, Stralsund und von Rügen, ja selbst aus Polen. Aus Rostock haben es aber vielleicht gerade mal 20 Leutchen ins MAU geschafft. So langsam mache ich mir Gedanken, ob es sich überhaupt noch lohnt, derart Veranstaltungen zu organisieren. Das Geld, die Zeit und die Nerven lassen sich bestimmt auch anders verwenden.

Am nächsten „Morgen“ traf sich der in der Stadt gebliebene Rest des Radio-Treffens bei Henni zum Frühstück und im Anschluss traten wir zum obligatorischen Warnemündebesuch mit Fischbrötchenessen, Strandlatschen inklusive Muschelsuches und Softeisessen an.

Ich hatte natürlich wieder meine kleine Handykamera dabei und hielt die Ereignisse für die Nachwelt fest. 🙂

Divoid und Bomb Likör! am 04.04.2009 im EMPIRE/Rostock

Divoid am 04.04.2009 im „Empire“ in Rostock Lütten-Klein, das war es was ich mir vorgenommen hatte. Es sollte mein erstes mal sein, das ich im Ghetto ein Event besuche, aber wenn die „EBM-Fraktion Rostock Nord/West“ ruft, muss man ja folgen. 🙂 Nee im Ernst, ich wollte eigentlich nur mal die junge Rostocker Band sehen und mir ein Bild machen, denn von der Promo-CD her klang es ja schon mal recht interessant und lokal support ist ja nun mal auch wichtig.

Erst mal googeln was und wo das Empire denn eigentlich ist. Heraus kam eine Adresse, die mich etwas beunruhigte, war es doch die eines Tanztempels, der Art, wie ich ihn eigentlich nie betrete. Also ein zwei Leute befragt, die aber auch nicht wirklich helfen konnten und dann angefangen mir Gedanken zu machen: wie komm ich da rein und vor allem wieder heil raus. Bekanntlich sind Stahlkappen in den Stiefeln in solchen Läden nicht gern gesehen aber barfuss ist ja nun auch blöd. Ich muss jemanden anrufen der sich da auskennt, den Thoralf. Der beruhigte mich sofort mit den Worten: „Nein nein min Jung. Nicht da, gegenüber is dat.“ Achso, Glück gehabt. Das „Empire“ ist also eine Kneipe genau gegenüber von diesem „Fun“ oder wie das jetzt heisst. Nebenbei fragte er mich, ob ich denn die Vorband kennen würde: Bomb Likör! Ich wusste ja noch nicht mal, dass es eine Vorband geben sollte aber hey!, gerade diese Woche habe ich noch nachgeforscht wer denn diese Rostocker Band Bomb Likör! ist, die da plötzlich zwischen meinen Myspacefreunden auftaucht und auf deren Seite ich auch schon im Gästebuch vor einiger Zeit gepostet hatte. Und da hatte ich ermittelt, dass Bomb Likör! ein Nachfolgeprojekt von Stakkato ist, eins von ca. 1250 Projekten, die Thoralf noch neben Jäger 90 am laufen hat. Na da wurde die Sache ja nun noch interessanter.

Also 20:45 Mütz‘ auf, Stiefel und Jacke an und ab auf vier Räder ins nordwestliche Ghetto, dort das Parkhaus des „MARKTKAUF“ bis ganz nach oben aufs Dach geschraubt und erst mal blöde in der Gegend rumgeguckt.  Ha, bekannte Gestallten gesehen. Ich bin richtig. Kurz nach dem weiteren Weg ins Innere des Clubs  gefragt und geparkt. Ja und da war er, der rote Teppich, bewacht von ein paar Jungs, die früher anscheinend immer artig aufgegessen hatten. Vom Teppich aus ging es rechts in den Tanztempel, links aber ins „Empire“, das sich als Billardkneipe entpuppte und schon angenehm gefüllt war.

Links und rechts grüssend drängle ich mich durch bis ich Thoralf am Tisch vor der „Bühne“ finde und ihn gleich mal „interviewe“: Sein Soloprojekt  Stakkato hatte Zuwachs bekommen, nämlich Volker, mit dem Thoralf vor etlichen Jahren angefangen hatte überhaupt Musik zu machen. Und da mit Volker, einem Livedrummer, nun Sound und Stil wechselte, wechselte auch der Name. Ganz einfach!

Pünktlich um 22:00 Uhr verdunkeln wir die Bühne indem wir die Birne der Tischlampe rausdrehen und Bomb Likör! betreten die kleine Bühne.  Der Sound klingt überraschend fett und Thoralf gibt wie immer alles. Dass DAF Vorbild standen lässt sich nicht überhören und das ist auch so gewollt. Das ganze gefällt mir fast besser als Jäger 90 obwohl Volker nicht singen sollte, zumindest nicht unverzerrt oder so halbherzig wie hier. Leider gibt der Club nicht gerade viel Platz für Bewegungen vor der Bühne her aber ich baue da mal auf zukünftige Gigs der Band. Die Stimmung auf Bühne und beim Publikum war auf alle Fälle bestens.

Nach dem Auftritt organisiere ich mir eine CDR der Band, die liebevoll gestaltet und mit aufgeklebtem Likörchen dort zum Verkauf stand und dann ging es auch schon weiter.

Divoid sind dran und wieder eine Überaschung: da steht Alex von Frontal an den Synths. Also nachgefragt und ja: personelle Umbesetzung und Divoid sind jetzt Andrè am Gesang,  Alex und Dany Fox an den Synthesizern. Wieder Heimspiel trotz anfänglicher Feedbackprobleme. Die Frauen kreischen und ich kann jetzt nicht genau sagen ob das nicht nur die anwesenden Familienmitglieder der Band waren.  Fest steht, es flog auch Unterwäsche auf die Bühne und sie kam, wie von mir genau beobachtet, von einem männlichen Fan. Aber jedem das Seine. 😉

Mich hat sehr erfreut, dass endlich mal wieder Instrumente auf einer Bühne standen auf denen sogar gespielt wurde. Leider ist es in letzter Zeit zu oft so, dass da nur noch ein mp3-Player oder Laptop läuft. Zweitens gefiel mir der Gesang. Ich wusste von der Promo schon, dass das Ganze in Richtung Wolfsheim geht aber Andrè konnte im Gegensatz zu Heppner live seine Töne halten. Drittens….Andrès Krawatte 😉 

Nach dem Auftritt gings wieder nach hause. Die anschliessende Depeche Mode Party hab ich dann einfach mal ausgelassen.

Ich hatte zufällig mein Handy am Mann und so sind folgende Fotos und Videos entstanden 😉 

Bomb Likör!

Divoid