Kraftwerk am 26.04.2009 in der Wolfsburger Autostadt

Im Herbst 2008 bekam ich den Tipp eines Freundes, dass Kraftwerk im Frühjahr 2009 drei exklusive Konzerte an einem Wochenende in Wolfsburg geben sollten. Im Netz fand sich dazu: Autostadt präsentiert im Rahmen der Movimentos Festwochen 2009 KRAFTWERK am 25.04.2009 um 20:00 Uhr, 25.04.2009 um 23:59 Uhr und am 26.04.2009 um 20:00 Uhr. Ok, ich entschied mich für den 26. April, einem Sonntag, da ich ja im Herbst noch nicht wissen konnte, ob ich evtl. an dem 25. April noch auflegen musste, was ja dann auch so war. Am 17.12.2008 bekam ich dann wieder einen Anruf meines Tippgebers: „Matze, morgen früh um 9:00 Uhr beginnt der Kartenvorverkauf!“ Die Karten waren nur über die Homepage www.kraftwerk.com zu bekommen, nur je zwei pro Person. Ausserdem waren die Karten personalisiert, so dass man im Dezember schon angeben sollte, mit wem man zum Konzert kommt. Dies alles sollte dem Schwarzmarkt entgegenwirken. Ich bin also am 18.12.2008 morgens um 8:30 Uhr an den Rechner und registrierte mich in dem Shop. Pünktlich um 9:00 Uhr waren dann die „BUY“ – Buttons aktiviert und ich bestellte für mich und meinen Bruder die Tickets. 9:04 Uhr hatte ich dann die PDF-Files in meinem Mailordner. 

Endlich: Sonntag, der 26.04.2009. Ich hatte den Abend zuvor auf der „The Crypt“ Party aufgelegt und nicht wirklich viel geschlafen. Mittags erhielt ich einen Anruf von meinem Freund und Tippgeber, der am Abend zuvor das Kraftwerk-Konzert besucht hatte. Er erzählte mir wie es bei ihm war, Stromausfall beim Konzert etc.
Kurz nach 15:00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins etwa 400 km entfernte Wolfsburg und kamen dort pünktlich um 19:00 Uhr zur der Einlasszeit an. Das erste was uns komisch vorkam war ein Verkehrschild auf dem uns freundlich von einem Helfer gezeigten Parkplatz auf dem statt STOP das Wort SMILE stand. Auf dem Weg zum Heizkraftwerk durch die recht futuristisch designte Autostadt begegneten uns Unmengen dieser netten und adretten Helfer und besonders Helferinnen.   

In dem Kraftwerk angekommen ging das Staunen richtig los. Überall standen noch die original Maschinen, Turbinen, Rohrsysteme, Schaltschränke, etc. rum, herrlich mit blauem, rotem oder grünem Licht ausgeleuchtet. Aus einem mehrere Stockwerke hohem Schacht hingen Ketten und tropfte Wasser. Das alles erinnerte mich stark an die guten alten Gotenklang – Zeiten in der Alten Gerberei in Rostock. Damals haben wir dort auch die alten Maschinen so mit Licht in Szene gesetzt. Wir rannten wie japanische Touristen durch das Kraftwerk und machten ein Foto nach dem anderen; kann man ja vielleicht mal für Flyer benutzen. Freundlich von den Helferinnen (oder sagt man besser Hostessen?) in die richtige Richtung gelenkt erreichten wir die „Ecke“ an der das Konzert stattfinden sollte. Man war das klein hier. 1100 Karten waren pro Konzert verkauft worden und mehr hätten echt nicht reingepasst. Kein Vergleich zu meinem letzten KRAFTWERK-Konzert im Tempodrom/Berlin.  Wir hatten natürlich Stehplätze und mussten in den etwa 5 bis 6 m breiten Graben zwischen Bühne und Rang, auf dem die „Sitzer“ sassen. Eine nicht wirklich gut gelungene Lösung der Raumaufteilung, denn der Rang war extra eingebaut worden.

Pünktlich um 20:00 Uhr wurde es dunkel und es erklang die seit Jahrzehnten typische Vocoderstimme mit: „Meine Damen und Herren….heute Abend…..usw.“ und eröffnete das Konzert. Die Leinwand, die die Bühne verhang wurde von hinten rot angestrahlt, so dass die Silhouetten der vier Musiker darauf abgebildet wurden. „The Man-Machine“ war wie gewohnt der erste Titel. Die Leinwand fuhr hoch und da standen sie. Nachdem Florian Schneider im letzten Jahr die Band verlies, ist nur noch Ralf Hütter von den Gründungsmitgliedern auf der Bühne.  Ersetzt wurde Florian 2008 und wahrscheinlich nun dauerhaft von Stefan Pfaffe, einem Mitarbeiter im Düsseldorfer Kraftwerk-Studio „Kling Klang“, der als Video-Operator eingesetzt wird. Weiterhin auf der Bühne waren Fritz Hilpert, der seit 1990 bei der Band ist und Henning Schmitz, seit 1991 dabei. Rein optisch wirkt Stefan etwas komisch auf der Bühne, denn er überragt alle um Längen und sieht aus, als wäre er noch nicht mal in Planung bei seinen Eltern gewesen als die „Kraftwerk“ LP 1970 erschien.

Wie schon seit einigen Jahren standen die vier auf Podesten, mit einer riesigen Leinwand im Hintergrund. Die Lichteffekte sind minimal, wie ja auch die Musik , pro Person zwei Strahler von vorn oben und einer von hinten unten. Desweiteren war noch Licht unter dem Podest, mehr nicht.

Der Sound war wieder mal genial, teilweise in 5.1 aber anfangs, vielleicht aus Rücksicht auf die doch recht zahlreichen älteren Besuchern etwas zu leise. Man konnte sich locker nebenbei unterhalten. Das wurde aber später korrigiert. Gegen Mitte des Konzertes kam die Leinwand wieder runter. Alles klar, „Die Roboter“ kommen. Nach einer kleinen Umbaupause in der die Musiker durch die bekannten Roboter ausgetauscht wurden ging es weiter. Weisses Licht flackerte hinter der Leinwand und projizierte die Schatten der Roboter auf die Leinwand. Jubel!!! Die Leinwand ging hoch und da „tanzten“ sie, die Roboter. Nach dem Lied dann „Kommando  zurück!“ – Roboter runter, Musiker wieder rauf. In der kurzen Pause verteilten Hostessen 3D-Brillen. Es war ein lustiges Bild die ganzen Leute mit den weissen Brillen zu sehen und wurde natürlich festgehalten 😉 Nun ging es erst richtig los. Die Leinwand ging zum Song „Numbers“ wieder hoch und uns flogen die Zahlen um die Ohren. Geniale 3D-Effekte jetzt bei jedem Lied, „Vitamin“, „Radioaktivität“, etc. Geil!
Die Band hatte die „Roboter“-Pause genutzt um sich umzuziehen. Jetzt waren die schwarzen Anzüge mit den Gitternetzlinien dran, die irgendwie an den Film „Tron“ erinnerten. Dann kam der letzte Song „Music Non Stop“. Die Musiker verliessen nacheinander von rechts nach links die Bühne und machte ihre Verbeugung. Alles ganz klassisch. Als letztes ging dann Ralf Hütter mit einem „Gute Nacht!“ und alles war vorbei.
Schönes Konzert aber bis auf die 3D-Geschichte das Gleiche wie zur „Minimum-Maximum“-Tour.

Nach dem Konzert holten wir uns noch ein/zwei T-Shirts, unterhielten uns mit ein paar Bekannten, rannten noch einmal fotografierend durch alle begehbaren Winkel des Kraftwerks und machten uns dann auf den Heimweg nach Rostock.

Alles in allem ein schöner Sonntagsausflug!

Hier wieder einige Handypix…

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~ von INTOX-Matze - 6. Mai 2009.

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